Wie sieht unser Leben im Jahr 2037 aus? Der Autor beginnt mit einem Szenario: Mia ist Teil einer digitalen Gesellschaft. Ob Aufstehen, Einkauf, Lebensmittelzubereitung, Fortbewegung, Arbeit oder Freizeit – dank Robotik und KI-Technologie wird sie bei nahezu allen Dingen des täglichen Lebens automatisch unterstützt. Weiß, sauber und besser wird uns diese Alltagswelt in vielen Darstellungen präsentiert. Doch was nicht thematisiert wird, sind die problematischen Aspekte eines vernetzten Lebens, kritisiert Andreas Hepp. Genau darauf geht der Kommunikationsforscher in seinem Buch ein. Ausgehend von einem figurationsanalytischen Ansatz untersucht er den Prozess der Mediatisierung und seinen Einfluss auf die Gesellschaft. Im Fokus stehen dabei Wechselbeziehungen der in Organisationen, Unternehmen, Gemeinschaften oder von einzelnen Individuen genutzten Medien. An Beispielen wird deutlich, in welcher Weise sich bestehende Beziehungsgeflechte tiefgreifend verändern, aber auch, wie neue entstehen. Bleibt die Frage, wie der Prozess der Mediatisierung gestaltet werden muss, um ein gutes Leben für möglichst viele Menschen zu fördern. Für die Antwort liefert Hepp wichtige Überlegungen und Impulse, die zum Nachdenken anregen.
Andreas Hepp: Auf dem Weg zur digitalen Gesellschaft. 2021. 352 Seiten. 29 Euro. Herbert von Halem Verlag, Köln.